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Kolumbien: Gewalt und politische Krise überschatten das Land

In Kolumbien hat sich die Sicherheitslage in den letzten Monaten deutlich verschlechtert. Gleichzeitig steckt die Politik in einer schweren Krise. Gleich mehrere Ereignisse zeigen, wie schwierig die Lage in dem südamerikanischen Land gerade ist.

Tayrona-Nationalpark wegen Kämpfen geschlossen

An der Karibikküste bleibt der berühmte Tayrona-Nationalpark vorerst geschlossen. Die Behörden wollen damit Besucher und Mitarbeiter schützen. Der Grund sind heftige Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Paramilitärs. Die Gruppen „Autodefensas Gaitanistas de Colombia“ (AGC) und „Autodefensas Conquistadores de la Sierra Nevada“ (ACSN) kämpfen dort um die Vorherrschaft. Die ACSN hat zwar erklärt, dass sie nichts mit den Kämpfen zu tun habe. Doch die Lage ist angespannt. Es gab bereits Schusswechsel und Drohungen gegen Parkmitarbeiter. Der Park ist eigentlich eines der wichtigsten Tourismusziele des Landes. Die Schließung trifft vor allem die Menschen in Santa Marta hart. Hotels, Reiseführer und viele informelle Arbeiter verlieren ihre Einnahmen. Die Regierung denkt nun über Demobilisierungszonen nach, um die Kämpfer zur Aufgabe zu bewegen. Wann der Park wieder öffnet, ist völlig unklar.

Politische Krise: Linke vor der Wahl gespalten

Auch in der Hauptstadt Bogotá gibt es großen Streit. Der Wahlrat hat den Präsidentschaftskandidaten Iván Cepeda von der Regierungspartei ausgeschlossen. Cepeda war der klare Favorit des linken Lagers. Nun kann er nur noch direkt im ersten Wahlgang antreten. Viele linke Politiker sind empört. Präsident Gustavo Petro nannte die Entscheidung sogar undemokratisch. Andere Politiker zogen ihre Kandidaturen zurück. Der Streit dreht sich um Formalien bei der Aufstellung der Kandidaten. Cepeda wirft dem Wahlratsvorsitzenden vor, voreingenommen zu sein. Der Vorsitzende ist ein bekannter Gegner der Linken und hat Verbindungen zum ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe. Cepeda hatte Uribes Verbindungen zu Paramilitärs vor Gericht gebracht. Der Streit zeigt, wie tief die politischen Gräben in Kolumbien sind. In Umfragen liegt Cepeda aber weiter vorn.

Friedensgespräche mit dem Clan del Golfo vor dem Aus?

Die Regierung versucht seit letztem Jahr, mit der größten Drogenschmuggler-Gruppe des Landes zu verhandeln. Der sogenannte Clan del Golfo kontrolliert große Teile des Kokaanbaus und hat Tausende Mitglieder. Die Gespräche fanden in Katar statt. Doch nun gibt es Probleme. Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump kündigte Petro eine härtere Zusammenarbeit im Kampf gegen Drogen an. Der Clan del Golfo reagierte verärgert und erklärte eine vorübergehende Pause. Die Regierung betont zwar, dass die Gespräche nicht abgebrochen seien. Doch wirkliche Fortschritte gab es bisher kaum. Menschenrechtsorganisationen werfen der Gruppe schwere Verbrechen vor.

Die aktuellen Ereignisse zeigen: Kolumbien steckt in einer schweren Krise. Die Gewalt auf dem Land nimmt zu, die Politik ist zerstritten und der Friedensprozess stockt. Viele Menschen hoffen, dass sich die Lage bald wieder beruhigt. Doch die Probleme sind tief und einfach zu lösen sind sie nicht.

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