Ecuador/Kolumbien in Zeiten der Corona

Tag 13

Heute, ein Ruhetag. Zu mindestens für mich. Nidia ist schon irgendwo in einem Internetcafé, um den Unterricht für ihre Kinder vorzubereiten. Mit meinem Laptop und deren deutsche Software kommt sie nicht so klar. Ich werde mich aber nicht den ganzen Tag im Haus aufhalten und gehe mit Uschi einen Stadtbummel machen.

Mocoa liegt im Norden von Putumayo in der Subregion Medio Putumayo auf einer Höhe von 500 Metern. Durch die Gemeinde fließen der Rio Mocoa und der Rio Casabel. Die Gemeinde Mocoa hat etwa 45.600 Einwohner, von denen 38.200 im städtischen Teil (cabecera municipal) der Gemeinde leben

Mocoa wurde 1563 von Gonzalo de Avendaño auf indigenem Gebiet gegründet. Der Ort wurde 1683 von Indigenen niedergebrannt und daraufhin an seinen heutigen Ort verlegt. Im 19. Jahrhundert wurde Mocoa zum Zentrum des Handels von Chinarinde, Naturkautschuk und Salz. Seit 1958 hat Mocoa den Status einer Gemeinde. Mit Gründung der intendenzia de Putumayo wurde Mocoa zur Hauptstadt. Dieser Status blieb auch bestehen, als Putumayo 1991 zum Departemento erhoben wurde.

Mocoa verfügt über keinen Flughafen. Die nächsten Flughäfen liegen in Villagarzón und Puerto Asis. Erst 2002 wurde eine asphaltierte Straße fertiggestellt, die Mocoa und Putumayo mit dem Inneren des Landes verbindet und von San Migul an der ecuadorianischen Grenze über Mocoa nach Pitalito führt. Von dort führt die Straße weiter nach Neiva und Bogotá. Eine Straße in schlechtem Zustand führt zudem nach Pasto.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige von Mocca sind Landwirtschaft. Es werden Mais, Bananen, Maniok, Zuckerohr, Ananas und Zitruspflanzen angebaut. Eine große Rolle spielt dabei auch die Rinderzucht.

Wir verlassen da Haus über das Gartengrundstück. Gleich Vorbei an einen großen Coca Strauch und einem Hinterhof gelangen wir zur Carrera 14 und weiter zur Calle 14, einer Hauptstraße. Die wir Stadteinwärts folgen. Es ist immer wieder schön das bunte Treiben auf der Strasse zu verfolge. Wir schauen uns die farbenfrohen Auslagen der Geschäfte an. Hin und wieder betreten wir sie auch. Natürlich Maskenpflicht und Desinfektion der Hände. Ich stellte fest das die Regeln in den Geschäften konsequent eingehalten werden. Auf den Straßen sollte wohl auch Maskenpflicht herrschen. Aber das wird viel lockerer gehandhabt. Hin und wieder kann ich beobachten, wenn ein Polizist in der Nähe ist, wird die Maske aufgesetzt. Aber diese scheinen das auch nicht so streng zu sehen.

Wir kommen an einem Obste und Gemüsegeschäft vorbei. Ladenfläche etwa so zwei Drittel so groß wie bei uns der Lidl. Es ist einfach fantastisch. Die Menge an frischen Obst und Gemüse zu sehen. Ein Großteil kenne ich nicht. Allein bei Kartoffeln habe ich 15 unterschiedliche Sorten gezählt. Einige so groß, dass man sie nicht mit zwei Händen umschließen kann. Bananen über Bananen in allen Sorten, Größen und Reifegraden. Da kommt tatsächlich Neid auf. Der Preis erst, für meine Verhältnisse superbillig. Eine Staude Kochbananen umgerechnet ein Euro. Ein Dutzend Avocados oder Mangos unter einen Euro. Ich zahle in Deutschland rund 1,30 Euro für eine Mango.

Weiter geht’s, nicht weit davon kommen wir auf eine große Kreuzung im Kreisverkehr. In der Mitte ein Denkmal das einen Indianer mit Bogen auf einen Sockel darstellt. Um ihn herum eine Grünfläche bepflanzt mit kniehohen Sträuchern.

Auf der anderen Seite eine moderne traditionelle Katholische Kirche. Die Pfarrei der Unbefleckten Empfängnis von Mocoa wurde durch Dekret Nr. 57 vom 20. Februar 1987 durch Monsignore Arcadio Bemal dem damaligen Apostolischen Vikariat Sibundoy gegründet. Die Kirche in ihren Stiel sehr großzügig gebaut.

Wir lassen uns mit unseren Stadtbummel Zeit, so dass wir erst am späten Nachmittag wieder bei unserer Gastfamilie eintrafen. Nach dem Abendessen holte uns eine Cousine mit ihrem Mann zu einer Stadtrundfahrt ab. Etwa zwei Stunden dauerte die Fahrt durch viele Winkel der Stadt. Angefangen von Vierteln wohlhabender Bewohner bis in den Gettos der Stadt. Moderne Häuser, unter anderem eines dort deutschen lebenden bis zu baufälligen Holzhütten. Besonders beeindruckend der Blick auf die hell leuchtende Stadt von einem Hügel aus. Die Fahrt dorthin und zurück war pures Abenteuer. Wer die Straßenverhältnisse in Kolumbien kennt, weiß was ich meine.

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