Ecuador/Kolumbien in Zeiten der Corona

Tag 14

Heute fahren wir zum Mandiyaco Canyon. Obwohl sich der Mandiyaco Canyon im Departement Cauca befindet, ist es von Mocca, einfacher, dorthin zu gelangen. Am km 25 von Mocca nach Pitalito führt eine Brücke über den Fluss. Die Caquetá-Flussbrücke ist die Grenze zwischen den Departements Cauca und Putumayo. Von Mocca aus benötigen sie ca. 40 Minuten mit Kleinbussen, die von Markt abfahren. Der Eintritt zum Mandiyaco Canyon kostet 2.000 Pesos. und wird von Einheimischen verwaltet.

Wir werden von Rosa und ihren Mann abgeholt. Zu fünft geht es erstmal per Auto die E 45 Richtung Pitalita. Ich genieße erst einmal die die abwechslungseiche Landschaft während der Damen im Auto, mich mehr durch ihr Geschnatter an Enten erinnern. Nach mehreren Polizeikontrollen erreichen wir die Caqueta Flussbrücke. Wir parken das Auto an eine kleinen Werkstatt nach dem wir den Besitzer um Erlaubnis gebeten haben.

Bevor wir unsere Tour zum Canyon beginnen, trinken wir noch einen Kaffee und Wasser an der Eingangshütte zum Canyon wo auch gleichzeitig die Eintrittsgelder bezahlt werden. Die Hütte samt seiner Veranda steht auf Pfählen. Die dünnen Fußbodenbretter sehe nicht gerade stabil aus.  Ein Hundewelpe versucht mit unseren Füßen zu spielen und sorgt für Heiterkeit.

Um zum Canyon zu gelangen, folgen wir den hier beginnenden leicht abwärts führenden feuchten Pfad, der von hohen Bäumen eingerahmt ist. Steilaufragende Felsen ziehen meine Blicke auf sich. Auf einen in ca. 8 Meter Höhe sehe ich ein riesiges Nest von Honigbienen. Paar Meter weiter sehe ich gerade noch wie eine riesige Spinne in einer Höhle flieht. Schade, ich hätte sie mir gerne aus der Nähe angesehen. Durch ihre dichte Behaarung könnte ich mir vorstellen, dass es eine Art von Vogelspinne war.

Kurz danach stehen wir auf der Holzbrücke, die den Canyon überspannt. Von ihrem Scheitelpunkt aus sehen wir ein paar Fischer zu, die ihr Kanu gegen den Strom steuern.

Wir laufen wieder ein paar Meter zum Brückenanfang zurück, wo ein kleiner Trampelpfad beginnt. Den folgen wir noch ca. fünf Minuten und stehen dann an der Abbruchkante des Canyons.

Die Felsformationen dieser Schlucht wurden durch die Kraft des Wassers und vulkanische Aktivitäten hervorgebracht. So kann die Nase eines Bären, die Krallen eines Pumas oder das Maul eines Löwen und einiges mehr gedeutet werden. Was auch immer der Grund ihrer Entstehung sein mag. Diese 441 Meter lange seltsame und unglaubliche Felsen begeistern jeden Besucher. Ein Spaziergang durch diese Felsformation lohnt sich auf alle Fälle. Solange der Fluss nicht zu viel Wasser führt, besteht auch die Möglichkeit, eine Kanufahrt durch den gesamten Canyon zu unternehmen. Was uns eine andere Möglichkeit gibt, die Größe des Canyons zu betrachten.

Beste Reisezeit ist der kolumbianischen Sommer (Dezember, Januar und Februar). Im Winter ist es gefährlich für Besucher, weil der Regen den Fluss steigen lässt und die Steine rutschig werden. Wichtig, sie können entlang der Schlucht laufen, aber nicht in den Gewässern baden, da die Strömung und die Tiefe unbekannt sind. Dieses Gebiet ist seit Jahren ein indigenes Gebiet. 

Hier befindet sich das indigene Reservat Condagua, das aus 48 Familienkernen besteht. Jeder dieser Kerne gehört zu einer der vier Familien: der Mutumbajoy, der Chicunques, der Garreta und der Buesaquillos. Die Condagua widmen sich der Landwirtschaft und dem Weben. Als Teil ihrer Tradition brauen sie Yagé oder Ayahuasca. Yage ist ein heiliges Getränk für die Ureinwohner des Putumayo. Dadurch entgiften sie Körper und Seele und setzen sie frei. Das Ritual wird von einer Taita geleitet, die speziellen Lieder singt, um jeden Menschen in seine spirituelle Reise einzutauchen. Andere Ahnenriten werden in und um den Canyon praktiziert. Viele Menschen glauben, dass die Energie und der Frieden, die in dem Ort empfunden werden, auf seine Verbindung mit den Aborigines zurückzuführen sind. Die indigenen Praktiken, Feste oder Traditionen der Region kennenzulernen und sich darauf einzulassen, ist ohne Zweifel einer der Gründe, warum Sie den Mandiyaco Canyon besuchen sollten.

Wir bewundern immer wieder, die fielen farbenprächtigen Schmetterling die durch kleine Wasserlöcher zum Trinken angezogen werden. Mit viel Geduld versucht Uschi so viel Schmetterlinge wie möglich zu fotografieren.

Nach etwa zwei Stunden Aufenthalt verlassen wir den Canyon. 200 Meter weiter vom Eingang zum Canyon der Strasse folgend befindet sich linker Seite ein kleiner Imbisstand. Sehr einfach eingerichtet. Ein langer überdachter Tisch mit Bänken, davor der Verkaufstand und eine Art von Grill. Rind, Schwein, Fisch wird darauf zubereitet. Es sieht lecker aus, es riecht lecker und es schmeckt ausgezeichnet. Das alles zu einen Spotpreis. Wir lassen es uns schmecken bei mehreren Flaschen Bier bzw. die Frauen Saft.

Ich muss mal. Wenn es nur mein Weihwasser wäre, hätte ich kein Problem. Büsche und Bäume gibt es zu genügend. Es ist aber mehr was meinen Körper verlassen möchte. Ich sehe mich um, keine Toilette zu sehen. Was soll ich machen? Ich frage Nidia.

Komm mit sagt sie. Wir gehen zu einigen Häuser, die sich zirka 50 Meter entfernt befinden. Bei einen hält sie an und fragt einen Bewohner, ob wir die Toilette benutzen dürfen. Dieser stimmt zu und führt uns durch das Wohnzimmer wo zwei Hängematten aufgespannt sind belegt mit zwei ruhenden Männern in die Küche. An ein paar jungen Frauen vorbei zeigt er mir die Toilette die einen Nebenraum der Küche ist mit Vorhang als Tür. Das macht vielleicht Spaß, ein paar gackernde Frauen nur durch einen Vorhang getrennt. Man sitzt auf dem Klo und versucht möglichst leise zu sein, um unerwünschte Töne zu vermeiden und hofft möglichst auf einen geruchslosen Abgang. Eins muss unbedingt erwähnt werden. Die Toiletten in Kolumbien sind sauber. Da können unsere in Deutschland eine Scheibe abschneiden. Nach beenden meines Arbeitsvorganges unternahm ich alles möglichst schnell diese Örtlichkeit zu verlassen.

Nach dem vorzüglichen Essen fuhren wir in die Stadt zurück, wo ich mich auf einer Hängematte vom Tagesgeschäfte ausruhte. Abends kam wieder, wie bereits gewohnt die Familie zu einem Schwätzchen.

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