Ecuador/Kolumbien in Zeiten der Corona

Tag 19

Heute muss Nidia Behörden Gänge erledigen. Wir kommen mit da wir zur Bank wollen, um Geld abzuheben.  Es ist schon wieder schwül und heiß und erst 08:00 Uhr. Das kann lustig werden. Zuerst will Nidia zu einer Bank nicht weit von hier. Ich wollte mit meiner Frau vor der Bank warten. An einen Bankautomaten am Gebäude versuchte ich Geld abzuheben. Ohne Erfolge ich später herausbekommen habe wird an diesem Automaten nur Kunden der Bank bedient. Nach zwei Stunden kam Nidia mit einem Termin um 12:30.

Gut, ich schlug Nidia vor die Zeit zu überbrücken und in einem Supermarkt einkaufen zu gehen. Sie ist nicht begeistert. Trotzdem gehen wir zu einem nahegelegenen Supermarkt in Lidl-Größe. Das Angebot ist mittelmäßig. Die Preise lassen sich gut vergleichen Die Landeswährung in Ecuador ist seit 2020 der Dollar. Nach der Finanzkrise wurde beschlossen den US-Dollar als offizielle Währung einzuführen und die eigene Abzuschaffen. Was sehr viel Unruhe über das Land brachte.

Durch die Dollerauspreisung lassen sich die Preise mit den unseren sehr gut vergleichen. Ich bin erstaunt, die Preise unterscheiden sich nicht wesentlich mit den unseren. Ich sage das auch Nidia. Sie sagt mir das sie nie im Supermarkt einkauft. Sie kann sich das nicht leisten. Sie geht auf Wochenmärkten und Bauernmärkte oder an den vielen kleinen Ständen an den Straßen, einkaufe. Sie versteht nicht, wieso ich mein Geld so verschleudere. Ich nehme es erst mal so hin.  Ich kaufe nichts.

Pünktlich 12:30 Uhr stehen wir vor dem Bankgebäude mit ein paar weiteren Kunden. Ein Wachmann regelt den Einlass und setzt die Maskenpflicht durch. 20 Minuten später sind wir wieder draußen.

Nachdem fahren wir mit einem Bus ins Zentrum. Kosten des pro Person 30 Cent. Bei diesen Preisen würde ich in Deutschland auch auf das öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. An der Strasse 12 Februar steigen wir aus. Hier befinden sich zwei große Bankgebäude. Eine der beiden Banken keinerlei Kundenverkehr bei der anderen steht ein riesige Menschenschlange an den vier Bankautomaten. Ich gehe zum leerstehenden Bankautomat. Nidia sagt nur da wirst du kein Geld bekommen. Du musst dich schon da drüben anstellen. Mit schweren Herzen mache ich das auch. Mich verwundert nur, wieso so viel Andrang. Ich versuche mir die Antwort selber zu geben. Vielleicht Gehaltstag? Alle tragen treu und brav ihre Masken.

Nach dem wir am Automaten stehen, merke ich das Nidia ziemlich unruhig ist. Ich lasse mir helfen, weil ich Probleme habe die Informationen am Bankautomaten zu verstehen. Es funktioniert auch was in Ecuador nicht selbstverständlich ist. In Kolumbien habe ich keine Probleme. Geld bekomme ich mit meinen Karten an allen Automaten, einschließlich meiner normalen Bankkarte. Der Automat spukt nur 20 Dollar Scheine aus. Nidia lässt mir noch nicht einmal Zeit das Geld in Ruhe zu zählen.

Sie zehrt mich hektisch vom Automaten weg und schleift mich von der Bank fort. Mehrmals schaut sie nach hinten, lässt auch nicht zu das Uschi sich ein T-Shirt bei einem Straßenhändler ansieht. Nach ein paar Querstraßen wird sie ruhiger. Nun erzählt sie das uns ein Mann interessier beobachtet hat und uns ein Stück verfolgte. Er scheint weg zu sein.

Nun haben wir Zeit in Ruhe durch die quirlende Straße im Zentrum zu laufen. Es ist immer wieder faszinierend die Buntheit der Waren an den Straßen, das Angebot der Straßenhändler, den Trubel und Betriebsamkeit zu sehen.

Jetzt beginnt der Unterricht an uns durch Nidia. Sie führt uns in einem kleinen Obst/Gemüsegeschäft. Eine alte Frau, die dort verkauft muss Nidia kennen, denn sie umarmen sich. Uns stellt sie als beste Freunde aus Deutschland vor. Nach dem beide ein wenig geplaudert haben beginnt Nidia einzukaufen. Kartoffel, Reis, Gemüse, Apfelsinen, Erdbeeren, Bananen. Immer wieder sagt sie mir den Preis. Tatsächlich, diese Produkte kosten mindestens um die Hälfte weniger wie im Supermarkt. Zwischenzeitlich lässt uns die Frau von unzähligen Früchten kosten, die ich in meinen Leben noch nie gesehen habe. Einige dieser Früchte packt sie ohne Bezahlung für ins ein.

Über die Strasse kommt ein Fischhändler mit einem sehr großen Fisch. Nidia fragt ob wie am Abend Fisch essen wollen. Ja gerne – in Deutschland ist mir der Fisch oft zu teuer. Sie verhandelt mit dem Verkäufer. Ich glaube den Fisch hat sie für drei Dollar gekauft. Der Händler nimmt noch an Ort und Stelle am Rande des Bürgersteiges den Fisch aus und packt in uns ein. So beladen suchen wir uns ein Taxi, das uns nach Hause bringt.

Der Unterricht ist noch nicht vorbei. Am späten Nachmittag fährt kleiner Transporter vorbei. Aus seinem Lautsprecher die Bekanntgabe das er Milch verkauft. Nidia lässt sich drei Liter in Plastetüten abfüllen die fest verknotet werden. Die Milch wieder mehr um die Hälfte wie im Supermarkt billiger. Nidia meint, wie bereits gesagt, sie kauft grundsätzlich nicht im Supermarkt ein. Oft fährt sie raus zu den Bauern und holt sich dort was sie braucht oder geht in den kleinen Läden was bei uns die „Tante-Emma-Laden“ waren. Gut, dann werde ich es ihr gleichtun.

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