Ecuador/Kolumbien in Zeiten der Corona

Tag 8

Trotz Wärme blieb ich heute länger im Bett. Nachts hat es wie jeden Tag ziemlich geregnet, übrigens wie jede Nacht. Man kann die Urzeit danach stelle. Ich wollte von Nidia wissen, ob Regenzeit ist. Sie meinte nur, das Wetter spielt verrückt. Sie saß Wohl schon seit 07:00 Uhr an ihrem Rechner, um den Unterricht für Montag vorzubereiten.

Beim verspäteten Frühstück sagte sie mir unvermittelt, sie würde gerne mit mir nach Mocoa, zu ihren Geburtsort auf kolumbianischer Seite fahren. Ihre gesamten Verwandten leben dort. Sie würden sich sehr freuen mich kennen zu lernen. Ihr Stamm würde mir zu ehren sogar ein Fest geben.

Ich versuchte ihr klarzumachen das das nicht geht. Auf Grund der Coronapandemie sind sämtliche Grenzübergansstellen auf dem Land geschlossen. Um nach Kolumbien zu fahren, brauche ich einen Stempel zur Ausreise aus Ecuador und eine legitime Einreise nach Kolumbien was auch im Reisepass verewigt wird. Ich konnte ihre Enttäuschung aus ihrem Gesicht ablesen. Sie hat ihre Familie schon über ein Jahr nicht gesehen.

Aber sie gibt nicht auf. Sie erzählt das es einen illegalen Grenzübergang am Fluss gibt, der überschritten werden kann und bestimmt ein Erlebnis ist. Für solche Sachen bin ich nicht gerade begeisterungsfähig. Nicht das ich Feigling bin, aber es gehört sich einfach, dass man die Gesetze eines Landes respektiert. Ich versuchte ihr klarzumachen das es für mich nicht lohnt eine Ausweisung zu riskieren. Ich trage mich mit dem Gedanken längere Zeit in Ecuador und Kolumbien zu verbringen.

Meine Zweifel zu zerstreuen, erzählte sie weiter, dass diese illegale Grenzübergangsstelle nach, eine Legale ist. Ecuadorianer und Kolumbianer nutzen diese unter Wissen der Behörden. In erster Linie jedoch die Ecuadorianer, um auf kolumbianischer Seite einzukaufen, weil es dort beträchtlich billiger ist. Auch Polizisten nutzen dies Möglichkeit. Es ist ein Raum ohne staatliche Kontrolle und Präsents. Es werden keine Dokumente kontrolliert.

Damit setzte sie eine Vielzahl von Gedankenvorgänge in meinen Kopf frei. Nach Mocoa wollte ich immer schon. Die Vorstellung von einem eingeborenen Stamm empfangen zu werden und unter ihrem Dache aus Palmenblättern in einer Hängematte zu schlafen ist verlockend. Im Weiteren stelle ich mir vor von Köstlichkeiten aus dem Regenwald versorgt zu werden. Nidia behauptet von sich als Indianermädchen Affen, Gürteltiere, Schlangen, Schildkröten gegessen zu haben. Ob das der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht, sie nimmt mich öfters bildlich auf den Arm. Nach einigen zögern stimme ich diese Abenteuer zu und damit den groben Plan meiner Aktivitäten für die nächste Woche.

Damit ist auch der weitere Tag gelaufen. Nidia kümmert sich um den Schulunterricht. Ich verbringe den ganzen Tag faul in der Hängematte das zwischen zwei Palmen gespannt ist und beobachtete das Treiben der Hühner. Die Nacht hat es sehr geregnet und war stürmisch. Da hat es einige Kokosnüsse vom Baum gerissen. Ich wollte von Nidia wissen was jetzt mit den Nüssen passiert. Schulterzucken meint sie, das diese noch nicht reif sind und entsorgt werden. Damit ließ ich mich nicht abspeisen. Ich holte mir eine und versuchte sie zu öffnen. Was einen Lachanfall von Nidia zur Folge hatte. Sie nahm mir das Messer aus der Hand und zeigte mir Fachgerächt das Öffnen dieser Frucht. Nach dem ich das Fruchtwasser und Kokosstücke gekostet habe, verstand ich nicht warum diese Früchte noch nicht reif sind.

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